Wärmepumpen (WP), die Umwelt- und Abwärme mit einem niedrigen Temperaturniveau nutzen können, stellen bei der Energiewende hin zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung eine Schlüsseltechnologie dar und werden in naher Zukunft nicht mehr wegzudenken sein. Im Gegensatz zu den heute noch dominierenden Heizkesseln haben Wärmepumpen aber die Eigenschaft, dass Ihre Effizienz und Heizleistung entscheidend von den Temperaturen der Wärmequelle TQuelle sowie der Wärmesenke TSenke abhängig sind und damit von der Versorgungs- bzw. Vorlauftemperatur des Heizungssystems. Schon eine Erhöhung der Vorlauftemperatur um nur 1 °C verschlechtert die Effizienz der Wärmepumpe um etwa 3 % – dies kann nach „Carnot“ abgeschätzt werden. Vor diesem Hintergrund soll die Wärmepumpenanwendung vornehmlich dort vorangetrieben werden, wo niedrige Vorlauftemperaturen auskömmlich sind. Die Beheizung des Gebäudesektors, der etwa 60 % des Wärmebedarfs in Deutschland benötigt ist daher für die Wärmepumpenanwendung prädestiniert.
Vor dem Hintergrund der Temperatur-abhängigen Effizienz von Wärmepumpen muss aber auch bei der Gebäudebeheizung zunehmendes Augenmerk auf ein Absenken der Versorgungstemperatur gelegt werden. Wenn Hersteller heute behaupten, dass ihre Wärmepumpen Temperaturen von 70 °C bereitstellen können, so ist das nicht falsch. Allerdings bedeutet dies lediglich, dass die Wärmepumpen diese Vorlauftemperaturen erreichen können und dabei nicht kaputt gehen. Hieraus darf aber keinesfalls abgeleitet werden, dass Wärmepumpen bei diesen Randbedingungen (70 °C Vorlauftemperatur) besonders effizient arbeiten.
Daher achten schon heute viele Akteure auf ein Absenken der thermischen Gebäudeverluste und auf eine entsprechende Auswahl und Auslegung der Raumheizeinrichtungen. Sehr wenig Aufmerksamkeit wird aber der Tatsache geschenkt, dass in der Hydraulik unserer Heizungssysteme nicht selten ein Abfall der Versorgungstemperatur (Vorlauftemperatur) vom Erzeuger bis zu den Verbrauchern auftritt, der im weiten Bereich zwischen 0 und weit über 20 K variiert. Bei den heute noch dominierenden Heizkesseln ist dies von untergeordneter Bedeutung. Bei der Anwendung von Wärmepumpen führt dies aber häufig zu einer Effizienzverschlechterung, teilweise von bis zu 50 % und mehr, und fordert daher eine völlig neue Dimension der Aufmerksamkeit.
Wärmepumpen-Systeme können als „Diva“ unter den Heizungs-Systemen bezeichnet werden. Die WP kann sehr viel, reagiert aber sehr empfindlich auf die Randbedingungen. Vor diesem Hintergrund sind Planung, Ausführung Betrieb und Monitoring mit größter Sorgfalt und hohem Sachverstand durchzuführen. Dies gilt für die gesamte Abstimmung aller im Wärmepumpen-System (WPS) verwendeten Komponenten und nicht nur für die „richtige Auswahl“ der Wärmepumpe.
Ziel der Kurse ist es, ein grundlegendes Verständnis für die verschiedenen Themenblöcke zu erlangen. Normative Anforderungen werden nur am Rande behandelt.