Deutsches Energieberater-Netzwerk (DEN) e.V.

2. KfW-DEN Informations- und Diskussionsforum 2022

17.11.2022, Berlin
Im Fokus des zweiten Forums stand die Qualitätssicherung im Bau. Die relevanten Akteur/innen haben diskutiert, wie energieeffizientes Bauen umgesetzt und sichergestellt werden kann.

Qualitätssicherung beim Bauen und Sanieren

Aufbauend auf das KfW-DEN-GRE Forum 2019 zum Nachhaltigen Bauen, hat das DEN Energieberater/innen , Vertreter/innen der Fördermittelgeber und der (Bau-)Wirtschaft eingeladen, um über die Anforderungen an das energieeffiziente Bauen und Sanieren zu sprechen. Im Fokus stand die Frage, welche Faktoren die Qualität von Gebäuden bestimmen und wie die verschiedenen Akteure diese sicherstellen können. Die geladenen Referierenden haben dabei die aktuelle Förderlandschaft der KfW,  die Marktlage der Bauindustrie, wie auch die der Finanzierer beleuchten  und mit Blick auf Effizienzstandards diskutieren und politisch einordnen können. Der anschließende Austausch hat spannende Ideen und interessante Verknüpfungen offenbart.

In einer Podiumsdiskussion hat man abschließend die zentralen Fragen der Veranstaltungen betrachten und neu durchdenken können: Welche Maßnahmen sind besonders sinnvoll, wie ist beispielsweise der verstärkte Einsatz und Austausch von Wärmepumpen zu bewerten, wie erlangen wir Nachhaltigkeit und Energieeffizienz? Welche Effekte wurden durch die BEG erreicht und welche Weiterentwicklungen der Gebäudeförderung sind erforderlich? Ist die Qualitätssicherung bei der Personal- und Auftragslage noch machbar? Vor welchen Problemen stehen wir in der Praxis, wie steht es um den Anlagen- und Energieträgerwechsel?

Vorträge
Johannes Anders, KfW Qualitätssicherung in EBS/BEG
Christian Engelke, Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden e.V Marktdaten der Bauindustrie
Martin Donath, ratiodomo Ing.-GmbH Welche Herausforderungen stellt das Monitoring aus Eigentümersicht dar?
Jan Welsch, S-Kreditpartner GmbH Qualitätsanspruch aus Sicht der Finanzierer
Dr. Till Fischer, Henkel Rechtsanwälte Rechtliche Anforderungen für die Qualitätssicherung beim Bauen im Kontext der aktuellen Förderbedingungen
Winfried Schöffel, DEN e.V Praktische Qualitätssicherung in der Nachhaltigkeitsbewertung
Podiumsdiskussion: Qualität versus Quantität? Jens Acker, BMWK / Ingeborg Esser, GdW / Stefanie Koepsell, DEN e.V. /
Barbara Metz, Deutsche Umwelthilfe e.V. / Christian Stolte, dena

Ausblick:

Auch wenn die Veranstaltung spannende Ergebnisse und neue Kontakte ermöglicht hat, bleiben einige Fragen ungeklärt, sind ganz neu formuliert worden: Wie lässt sich Qualität dokumentieren? Wie kann ein Monitoring aussehen, das nicht nur die Verbrauchsdaten berücksichtigt, sondern auch die Qualität der Bauteile, die der Sanierung (- gerade mit Blick auf die praktischen Nachweise für die Einbindung von 65% erneuerbaren Energien)?

Die Frage der Qualitätssicherung (wie auch die des Monitorings) betrifft alle Bereiche, die der Planenden, der Bauleute, Hersteller/innen, Nutzer/innen aber auch die Finanzierer und der Gesetzgeber. Schließlich werden in den unterschiedlichen Bauphasen ganz unterschiedliche Ansprüche an Dokumentation und Qualität wirksam. Im Rahmen des Herstellungsprozess stehen hier die Bauprodukte wie auch die Baustelle selbst im Vordergrund. Wie nachhaltig ist die Dämmung, wie viel Ressourcen werden im Rahmen ihrer Herstellung verbraucht? Mit Blick auf die Bauphase muss Qualität dann auch über Energieeffizienzexperten gedacht werden. Wie muss ihre Aus- und Weiterbildung organisiert werden, damit sie gut und hochwertig beraten, die technisch besten Lösungen umsetzen können? Nach der Sanierung steht schließlich der Verbraucher/die Verbraucherin im Fokus: Wie lässt sich eine energieeffiziente Nutzung garantieren?

Das macht deutlich: Alle Beteiligten formulieren unterschiedliche Anforderungen, unterschiedliche Kenngrößen mit Blick auf Qualität. Wie können diese unterschiedlichen Prozesse so ineinander verzahnt werden, dass die Dokumentation nicht den gesamten Prozess bestimmen und bürokratisieren? Wie können sie eine Hilfe sein,  um energieeffiziente Gebäude zu bauen und diese auch effizient zu nutzen.

In Kooperation mit: