Energieberatung Plus
3 Tools zur Beschleunigung der Energiewende
Die Energieberatung hat sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt, wurde angepasst, erweitert – aber auch verbessert?
In dieser Folge sprechen wir mit den beiden Professoren Prof. Dr.-Ing. Kati Jagnow (Hochschule Magdeburg-Stendal) und Prof. Dr.-Ing. Dieter Wolff (Ostfalia Hochschule – Wolfenbüttel).
Seit Jahrzehnten beschäftigen sie sich mit dieser Entwicklung und haben in einem Gutachten für den Deutschen Bundestag und in vielen von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt – DBU geförderten Feldstudien Vorschläge für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gemacht, wie man Energie- und Wärmewende mit einer entbürokratisierten Gesetzgebung und Förderung beschleunigt.
Im Gespräch gehen sie auf die Anforderungen in der Verbrauchsbewertung ein und zeigen, wie sich mit dem entwickelten System aus Exceltools und dem hierbei wichtigen H-Wert die Gebäudebewertung schneller, unkomplizierter und bedarfsgerechter gelingen kann, um damit z.B. auch effizienter und einfacher auf den Wechsel auf ein neues Heizsystem vorzubereiten.
Wozu das führt? Eine realistischere, schnellere Beratung – vor allem für Ein- und Zweifamilienhäuser, bei denen insbesondere bei den neueren Baujahren „nur“ der Wärmeerzeuger zur Debatte steht und zur schnelleren Umsetzung der Wärmewende ohne überdimensionierte Wärmepumpen. Auch Wirtschaftlichkeitsberechnungen und Sanierungsszenarien lassen sich mit wenigen Eingaben ableiten, um ein erstes Konzept zu erstellen oder die Wärmepumpe auch schon auszulegen.
Und klar wird auch: Nicht jede Beratung braucht gleich einen individuellen Sanierungsfahrplan. Manchmal reicht ein präziser Blick auf die Verbrauchsdaten – vorausgesetzt, man weiß, wie. Genau darum geht’s. Zudem kann nach der Sanierung mittels der Verbrauchsdaten auch die tatsächliche Performance überprüft werden.
Wissenschaftlicher Hintergrund
Ein Fortführen der primärenergetischen Bewertung würde einen kontinuierlichen Anpassungsbedarf erfordern, da mit dem Ziel Klimaneutralität die Primärenergiefaktoren aller eingesetzten Energieträger bei null oder nahezu null landen müssen.
Bei der Wärmeerzeugung liegt der Fokus auf dem Einbau dezentraler Wärmepumpen inklusive Photovoltaik, sowohl bei Ein- und Zweifamilienhäusern, als auch bei Mehrfamilienhäusern mit getrennten Wärmepumpen für Heizung und Trinkwarmwasser.
Die Tools
Den Rahmen für ein neues Gebäudeenergiegesetz und die Energieberatung könnte das Tool von Jagnow und Wolff über 20 Jahre erprobte Tool „Energieanalyse aus dem Verbrauch – EAV“ setzen.
Zusammen mit dem Tool „Standardbilanz“ könnten damit auch sehr einfach nachvollziehbare und wirtschaftliche Bauteilanforderungen an die Qualität der Gebäudehülle und an die Anlagentechnik gestellt werden.
Das Tool „Optimus“ ermöglicht eine schnelle Anpassung der Heiztechnik (Temperaturen, Drücke, Volumenströme) an neu installierte Wärmepumpen.
Die EAV kann – als Appel an die Hersteller – weitgehend automatisiert werden und als Vollzugs- und Effizienzkontrolle für ein zukünftigen GEG- bzw. BEG-Nachweis genutzt werden.
Links zur Folge
- Download des kompletten Softwarepakets unter www.delta-q.de/energie/eav-verbrauch/