DEN: „Über den Ausbau Erneuerbarer Energien nicht Energieeffizienz vergessen!“
Mit neuem Schwung im Jahr 2016 die Energiewende in Deutschland angehen – das wünscht sich das Deutsche Energieberater-Netzwerk DEN e.V. Seine beiden Vorsitzenden, Dipl.-Ing. Hinderk Hillebrands und Dipl.-Ing. Hermann Dannecker, sehen dafür gute Chancen: „Es steht zu erwarten, dass – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der in Paris beschlossenen Klimaziele – in den Unternehmen der Energieversorgung, der Anlagenhersteller und der Verteiler einiges in Bewegung geraten wird. Das ist gut so. Allerdings muss man diesen Prozess auch kritisch begleiten und beobachten, wohin die Reise geht.“
Hillebrands nennt ein aktuelles Beispiel aus dem Norden Deutschlands: die angekündigte enge Zusammenarbeit zwischen dem fünftgrößten Energieversorgungsunternehmen der Republik, EWE, und dem größten deutschen Windanlagenbauer, Enercon: „Das ist wichtiger Beitrag zur Energiewende. Eine solche strategische Kooperation geht weit über die Ems-Weser-Elbe-Region hinaus. Man will nicht nur Windkraft fördern, sondern auch in innovative Technologien wie etwa Speicher investieren. Gut, wenn Unternehmen Gewissheit bekommen, dass sie den richtigen Weg einschlagen, indem sie auf erneuerbare Energien setzen.“
Auch Hillebrands DEN-Vorstandskollege Dannecker sieht einen verstärkten Trend zu unternehmerischen Kooperationen. EnBW etwa wird Mehrheitseigner der Verbundnetz Gas Aktiengesellschaft, die über Deutschland hinaus die gesamte Wertschöpfungskette im Erdgas-Markt bedient: „Hier tun sich große Player aus der zweiten Reihe zusammen und bilden plötzlich ein Milliarden-Unternehmen, welche einigen Einfluss auf Markt und Politik ausüben könnte. Es wäre sehr zu wünschen, dass man nicht nur die Möglichkeiten des Marktes und des Unternehmensgewinns im Auge hat, sondern auch langfristige ökologische und ökonomische Ziele verfolgt, die gesellschaftspolitisch relevant sind.“
Beide DEN-Vorsitzenden weisen deshalb auf die Bedeutung von Energieeffizienz hin: „Es geht nicht nur um die verkaufte Menge an Strom oder anderen Energieträgern, auch wenn sie klimafreundlicher als andere sind. Es geht auch um deren effizienten Einsatz. Zur Energiewende gehört ganz wesentlich Energieeffizienz.“
Besonders im Gebäudebereich ließen sich recht schnell Effizienzmaßnahmen umsetzen. Hillebrands und Dannecker: „Es muss keineswegs gleich Komplettsanierung eines Hauses sein. Neue Anlagentechnik im Heizungskeller, Deckendämmung im Keller und im obersten Stockwerk oder Modernisierung der Fenster hilft spürbar Energie sparen. Solche Maßnahmen werden zudem von vielen Seiten gefördert.“ Auch so ließe sich die Energiewende im neuen Jahr mit neuem Schwung angehen.