Energieberater-Netzwerk für starke und umweltgerechte Qualitätssicherung am Bau
„Die Gründung des Bundesumweltministeriums vor 30 Jahren hat die deutsche Politik nachhaltig verändert.“ Mit dieser Würdigung verbindet das Deutsche Energieberater-Netzwerk DEN e.V. seine Glückwünsche an das heutige Bundesministerium für Umwelt und Bauen (BMUB) zu dessen 30jährigem Bestehen. Das Ressort habe im Laufe der Jahre nicht nur Themenfelder geformt und so eine Umweltpolitik in Deutschland erkennbar geschaffen, sondern auch erheblich zu einem Bewusstseinswandel in der Öffentlichkeit beigetragen. „Das Bundesumweltministerium war 1986 die Antwort auch auf damals schon drängende Probleme bei Umwelt-, Natur- und Klimaschutz. Inzwischen ist es eines der wichtigsten Ressorts im Bundeskabinett“, sagen die beiden Vorsitzenden des Netzwerks, Dipl.-Ing. Hinderk Hillebrands und Dipl.-Ing. Hermann Dannecker.
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit war im Juni 1986, wenige Wochen nach dem Atomunglück in Tschernobyl, unter dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl gegründet worden. Erster Umweltminister wurde Walter Wallmann (CDU). Sein Nachfolger Klaus Töpfer (CDU) prägte das Ministerium nachhaltig während seiner siebenjährigen Amtszeit. Seine Nachfolger hießen Angela Merkel (CDU), Jürgen Trittin (Bündnis 90 / Grüne), Sigmar Gabriel (SPD), Norbert Röttgen (CDU), Peter Altmaier (CDU) und Barbara Hendricks (SPD), die als aktuell zuständige Ministerin auch große Teile des Bauministeriums in ihre Bundesbehörde integrierte. In der DDR gab es bereits seit 1971 ein eigenes Umweltministerium.
Für die Vorstandssprecherin des DEN, Dipl.-Ing. Marita Klempnow, ist es nur folgerichtig, dass das seit dem Bestehen der Bundesrepublik eigenständige Bauministerium in wesentlichen Bereichen inzwischen dem Umweltministerium angegliedert wurde: „Bauen zählt nicht nur in der Errichtung, sondern auch beim Betrieb und bei der Entsorgung zu einem der größten Ressourcenverbraucher. Über 40% der Energie wird im Gebäudebestand verbraucht. Nach wie vor belasten auch problematische Baustoffe die Gesundheit der Menschen und die Umwelt.“
Auch für die beiden DEN-Vorstände gehören Bau- und Umweltpolitik zusammen. „Qualität am Bau und beim Bauen hat nicht nur mit den verwendeten Materialien zu tun. Man kann auch teure Werkstoffe falsch einsetzen. Qualität hängt ganz wesentlich auch vom Wissen und vom Können der am Bau Tätigen ab. Architekten, Bauingenieure, Handwerker und Energieberater müssen ihr Metier beherrschen, um der Umwelt und den Bauherren gerecht zu werden. Billiges Bauen werden wir uns auf Dauer nicht leisten können“, so sagen Hillebrands und Dannecker.
Qualitätssicherung sei für den ökologischen und ökonomischen Erfolg jeglichen Bauens und Sanierens von ausschlaggebender Bedeutung: „Deshalb sind vermeintliche Kostenreduzierungen an der Qualitätssicherung in Planungs- und Errichtungsphasen von Gebäuden in der Realität die größten Kostentreiber. Wir brauchen nicht nur eine Betrachtung der Kosten, sondern auch des Nutzens. Die anstehenden Herausforderungen im Wohnungsbau und in der Gebäudesanierung bedürfen eines Zusammendenkens im Sinne des nachhaltigen Bauens und eine Wiederbelebung der historischen Baumeistertradition“, ergänzt Marita Klempnow.
Deshalb setze sich das DEN dafür ein, bei der Bilanzierung des Energieverbrauchs von Gebäuden im Rahmen der EnEV-Novelle nicht nur den Einsatz erneuerbarer Energien zu integrieren ( EEWärmeG ), sondern auch den Einsatz grauer Energie bei der Herstellung und im Gebäudebestand zu bilanzieren und zu bewerten. „Dafür ist das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit genau die richtige Institution, die diesen Prozess begleiten muss und kann. Wir brauchen nicht nur erneuerbare Energien beim Betrieb von Gebäuden, wir brauchen letztlich erneuerbaren Städte.“