DEN: „Keine internationale Krise beim Klimaschutz heraufbeschwören!“

Mit Besorgnis, aber auch mit Optimismus nimmt das Deutsche Energieberater Netzwerk DEN e.V. den Ausgang der US-amerikanischen Präsidentschaftswahlen zur Kenntnis. „Sollte der neue Präsident Trump wirklich seine Ankündigungen wahr machen, das eben auch von den USA akzeptierte Klimaschutzabkommen wieder zu kündigen und verstärkt auf Kohle, Öl und Gas als Energieträger setzen, wären das sehr schlechte Nachrichten für die Welt“, stellt der Vorsitzende des DEN, Dipl.-Ing. Hinderk Hillebrands, fest. „Andererseits ist der Wahlkampf jetzt vorbei. Auch ein Donald Trump kann nicht an den klimatischen Fakten vorbei regieren. Und die verlangen eine deutliche Minderung des Ausstoßes von Treibhausgasen.“

Sein Kollege im Amt des DEN-Vorsitzenden, Dipl.-Ing. Hermann Dannecker, stimmt Hillebrands zu. „Trumps Motto im Weißen Haus wird heißen: ‚America first‘. Aber als mächtigster Staatenlenker der Welt hat er eine Verantwortung, die über sein eigenes Land hinausgeht – auch klimapolitisch. Wichtig ist, dass die großen Staaten jetzt intensiv miteinander reden, denn jetzt entsteht die neue Administration in Washington und es wird jetzt das neue Regierungsprogramm geschrieben.“

Vor dem Hintergrund der laufenden Weltklimakonferenz in Marrakesch sagt Dannecker, dass sich die Weltgemeinschaft nicht entmutigen lassen solle: “Die

Gemeinschaft der Nationen sollte dem neuen US-Präsidenten zeigen, wohin nach ihrer Auffassung technologisch und klimapolitisch die Reise geht – hierin liegen auch Chancen. Wir dürfen jetzt keine Krise herbeireden. Ziel muss in den kommenden Jahrzehnten die Dekarbonisierung der Weltwirtschaft sein. Wenn endlich die Kohleverstromung durch Mindestpreise für Verschmutzungszertifikate unattraktiv würde, wären wir schon einen enormen Schritt weiter.“

Deutschland könnte nach Einschätzung der beiden DEN-Vorsitzenden vormachen, dass sowohl der Atomausstieg als auch der Ausstieg aus der Kohleverstromung machbar sind. Hillebrands: „Es gilt, Zukunftstechnologien zu entwickeln, die sich dann auch exportieren lassen und wirtschaftlich interessant sind, etwa bei der Stromspeicherung oder bei der Elektromobilität. Dabei kann der Staat durch Forschungsförderung ausgesprochen hilfreich sein. Weiter auf Kohle zu setzen ist der falsche Weg. Der Vergangenheit kann nicht die Zukunft gehören!“

Mit gemischten Gefühlen beurteilen die beiden Ingenieure den deutschen Klimaschutzplan 2050: „Es ist gut, dass die deutsche Umweltministerin jetzt doch nicht mit leeren Händen nach Marokko fährt. Aber die Bundesregierung hätte sich durchaus mutiger zeigen und die Kohleverstromung mit einem Ausstiegsplan versehen können. Das Gezerre um diesen halbherzigen Klimaschutzplan war nun wirklich keine Heldentat.“