Vereinfachtes Bauen erfordert verlässliche Standards
Mit der Einführung des Gebäudetyp E verfolgt die Bundesregierung das Ziel, Planen und Bauen zu vereinfachen und dadurch die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum zu beschleunigen, um der zunehmenden Verknappung von Wohnraum in Ballungsgebieten entgegenzuwirken. Dieses Ziel wird von den im Bauwesen tätigen Herstellern, Handwerksbetrieben und Gewerken ausdrücklich unterstützt. Angesichts des anhaltend hohen Wohnraumbedarfs sowie der stagnierenden Neubau- und Sanierungstätigkeit ist es erforderlich, bestehende Regelwerke kritisch zu überprüfen und unnötige Komplexität abzubauen. Der Gebäudetyp E soll als innovatives Instrument dazu beitragen, neue Wege im Wohnungsbau zu eröffnen. Dabei steht der Buchstabe „E“ sowohl für „experimentell“ als auch für „einfach“. In der bisherigen öffentlichen Diskussion und Kommunikation liegt der Schwerpunkt jedoch deutlich auf dem Aspekt der Vereinfachung, teilweise verbunden mit dem Verzicht auf technische Anforderungen.
Diese Fokussierung birgt die Gefahr, dass Vereinfachung mit einer Absenkung funktionaler und gesundheitlicher Mindeststandards gleichgesetzt wird. […]
Vor diesem Hintergrund empfehlen wir der Bundesregierung bei der weiteren Ausgestaltung des Gebäudetyp E folgende Grundsätze zu berücksichtigen:
- Klarstellung, dass der Gebäudetyp E nicht pauschal mit dem Verzicht auf raumlufttechnische Systeme gleichzusetzen ist.
- Vermeidung einer Absenkung von Gesundheits- und Effizienzstandards, insbesondere in hoch luftdichten Neubauten und sanierten Gebäuden.
- Berücksichtigung der Potentiale effizienter und emissionsreduzierender Gebäudetechnik wie der Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung beim Erreichen ebendieser Standards
- Berücksichtigung der Vorgaben der EPBD insbesondere in Bezug auf die Indoor Air Quality (IAQ) im weiteren Gesetzgebungs- und Verordnungsprozess.
- Verankerung der Innenraumluftqualität im Gebäudetyp E als funktionales Ziel, ohne zusätzliche Detailnormierung oder bürokratische Mehranforderungen.
- Einbindung der Perspektiven von Herstellern, Handwerk und Gewerken, um praxisgerechte, einfache und wirtschaftliche Lösungen zu ermöglichen
Das DEN hat die Stellungnahme zum Gebäudetyp E gemeinsam mit weiteren Verbänden verfasst.